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  • 31.07.2020 - 1. Festtag des Opferns (in 62 Tagen)
    Das Fest des Opferns wird 4 Tage lang gefeiert.
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Weihnachtsbotschaft und Neujahrswünsche

"Fest der Zuversicht und der Hoffnung" sowie "Alles Gute im Jahr 2020"

Als Fest der Zuversicht und der Hoffnung begehen unsere christlichen Geschwister ihr Weihnachtsfest im Kreise ihrer Freunde und Familie. Nicht nur die Häuser werden geschmückt. Die Feststimmung während der Weihnachtszeit und die Freude darüber teilen Menschen miteinander. Die Besinnlichkeit und die Spiritualität dieser schönen Zeit erleben auch die nichtchristlichen Menschen intensiv mit.

 

Wie jedes Jahr freuen auch wir Muslime uns mit unseren christlichen Mitbürgern und erleben eine besinnliche Zeit, die auch uns Möglichkeiten der Ruhe und Einkehr bietet. Es ist die Zeit für Familie, Gemeinschaft und Entschleunigung. An diesen Tagen erreicht die Spiritualität ihren Höhepunkt, Gefühle wie Liebe und Barmherzigkeit treten in den Vordergrund. Die Weihnachtszeit gibt den Menschen die Möglichkeit, über ihre Existenz und den Schöpfungszweck nachzudenken. Im Koran wird dem Menschen die besondere Aufgabe und Verantwortung zuteil, seinem Schöpfer als Statthalter auf Erden zu vertreten. Dazu gehört es, die Erde mit all seiner Schönheit zu behüten und seiner Vollkommenheit bewusst zu werden. Wir sind verantwortlich für all die Gaben Gottes. So müssen wir im Umgang mit den Ressourcen sorgfältiger und gewissenhafter sein (16:79-82). Selten ist uns das so bewusst geworden, wie in den letzten Monaten. Debatten um die Veränderungen unseres Klimas, der Umwelt und Nachhaltigkeit zeigen uns auf, dass wir diese Welt nicht grenzenlos konsumieren dürfen, sondern unseren Kindern so übergeben müssen, wie wir sie vorgefunden haben, wie Gott sie uns schenkte.

 

Angesichts der globalen Herausforderungen müssen unsere Mühen auch länder-, kulturen- und religionsübergreifend sein. Das Zusammenleben mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen ist eine gottgewollte Bereicherung und unübersehbar. Denn im Koran steht: „O, Ihr Menschen, wir haben Euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und wir haben Euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiss der Geehrteste von Euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste. Gewiss, Allah ist allwissend und allkundig.” (49:13). Die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft nimmt von Tag zu Tag zu. Es ist wahr, dass somit auch das Zusammenleben manchmal ins Schwanken gerät. Auch dieses Jahr haben Menschen in aller Welt viel Leid und Schmerz erlitten. Ihr Zusammenhalt und Gesten der Solidarität, wie zum Beispiel nach den Terrorangriffen auf Moscheen in Neuseeland, auf Kirchen in Sri Lanka oder Synagogen in USA oder Halle haben jedoch denen, die Zwietracht zwischen uns säen wollten, eine Atmosphäre der Geschwisterlichkeit und des Friedens entgegengestellt. Diesen Weg der Solidarität gilt es weiter zu gehen und sich für Werte wie Respekt, Toleranz und die Unantastbarkeit der Menschenwürde einzusetzen, und klare Stellung gegen Antisemitismus, Fremden- und Islamfeindlichkeit einzunehmen.

Der Dialog der Religionen wird dabei immer wichtiger. Auch in der Vorweihnachtszeit treffen sich unsere Gläubigen, Muslime, Christen wie Juden und feiern und gedenken gemeinsam. Die spirituelle Zeit bringt Menschen einander näher und sorgt über den Alltag hinaus für einen inhaltlichen Austausch. Um diesen Prozess in Zukunft stärker zu fördern, hat die DITIB bereits im Januar angekündigt, dass das Jahr 2019 einen Neuanfang darstellen soll und in diesem Sinne neue Schritte und Entwicklungen angestoßen. Besonders im Mittelpunkt stehen die Zusammenarbeit der Religionen und der interreligiöse Dialog, der mit dem im Oktober begonnenen Projekt „Moscheeguide-Ausbildung“ bundesweit noch stärker im Fokus steht. Das ebenfalls neu gegründete Moschee-Forum Köln soll den inhaltlichen Dialog auf eine neue, konstruktive Ebene tragen, und die selbstverständliche Begegnung in den Bereichen der Religion, Kunst und Kultur voranbringen.

 

Der theologische Austausch zwischen den Religionen wird immer wichtiger, um neue und gemeinsame Antworten auf neue bisher nicht dagewesene Herausforderungen zu finden. Denn so ineinandergreifend unsere Gemeinschaft mittlerweile bei den Festen und Gebräuchen geworden ist, so sind auch die Probleme nur gemeinsam zu bewältigen. Themen der Zukunft wie künstliche Intelligenz, ethisch moralische Themen wie Gentechnik, aber auch die Veränderungen unserer Gesellschaft oder ihrer Werte, werden neue Debatten aufwerfen, auf die wir Antworten finden müssen. 

In Zeiten der Rastlosigkeit und der Ratssuche, sind Zeiten der Ruhe und des Innehaltens, wo der Mensch sich auf sein Mensch-Sein und seine Nächsten konzentrieren kann, besonders wertvoll. Wo er sich im Kreise seiner Liebsten einfach nur über das freuen kann, was ihm geschenkt wurde und mit Hoffnung in die Zukunft blicken kann. Eine Zeit, in der man nicht nur die gemeinsame Zeit, oder die Geschenke, sondern auch seine Freude und sein Glück, ja auch seinen Kummer teilen kann.   

 

In diesem Sinne wünschen wir unseren christlichen Freunden und Nachbarn und allen Christen weltweit besinnliche Feiertage im Kreise der Familien. der Gemeinden und den Kirchen und ein frohes neues Jahr 2020.

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